Sonntag, Januar 15, 2017

Beatrice and Rose



Einen kurzen Blick möchte ich auf die junge Dame auf dem Photo oben lenken. Dabei handelt es sich um die amerikanische Künstlerin Beatrice Wood, deren Leben zwar nicht schwerpunktmäßig, aber durchaus auf mehreren Wegen mit der Hudsonmetropole verknüpft war.

Beatrice wurde im März 1893 in San Francisco geboren und zog 1898 mit ihrer Familie nach New York City, wo sie in der Folgezeit aufwuchs. Die Eltern waren wohlhabend und bereisten im frühen 20. Jahrhundert zusammen mit Beatrice mehrfach Europa. Nach ihrem Schulabschluss lebte Beatrice bis zum Beginn des ersten Weltkriegs in Paris, wo sie ab 1912 Kunstgeschichte studierte. 



1914 reiste die Studentin kurz vor Kriegsbeginn in ihre Heimatstadt New York City und kehrte von diesem Heimaturlaub nicht wieder zurück. Stattdessen tauchte sie tief in die heimische Kunstszene in Greenwich Village ein und war zusammen mit dem Künster Marcel Duchamp und dem Schriftsteller Henri-Pierre Roche war als Mitherausgeberin des Kunstmagazins "The Blind Man" eine Schlüsselfigur der New Yorker Dada-Bewegung, was ihr später den Namen "Mama of Dada" einbrachte. 



Später verließ sie New York City und landete nach einer Zwischenstation als Variete-Schauspielerin in Montreal Anfang der 1930er schließlich in Los Angeles, wo sie das Töpfern lernte, um ihren Lebensunterhalt selber zu verdienen und sowohl finanzielle als auch künstlerische Unabhängigkeit zu erhalten. 



In Kalifornien blieb sie dann dauerhaft und ließ sich dauerhaft in Ojai nieder, einer Kleinstadt nordwestlich von Los Angeles, etwa auf der Hälfte zwischen L.A. und Santa Barbara, allerdings nicht direkt an der Küste gelegen.



Anlässlich ihres hundertsten Geburtstags wurde Beatrice mit einem Dokumentarfilm geehrt: "Beatrice Wood: Mama of Dada" aus dem Jahr 1993. 

Das rüstige Geburtstagskind nahm übrigens an der Premierenfeier des Films teil und begrüßte alle Gäste mit Handschlag, darunter auch den amerikanischen Songschreiber Will Jennings, der vor allem im Bereich der Filmmusik tätig ist. 



Drei Jahr später erhielt Will Jennings einen Anruf von seinem ebenfalls im Bereich Filmmusik tätigen James Horner. Dieser bittet ihn, für einen Filmsong einen Text zu schreiben. Auch wenn er der Geschichte des Films zunächst eher skeptisch gegenübersteht, erinnert er sich an Beatrice Wood und ihre Lebensgeschichte und verarbeitet diese in dem Text für den Filmsong.

Zeitzeugen, die die Jahre 1997 und 1998 aktiv erlebt haben, können sich bestimmt noch daran erinnern, dass man diesem extrem erfolgreichen Song kaum entkommen konnte, der damals bis an die Grenze der Übelkeit in den Radios rauf und runtergespielt wurde. Da ich selber auch einen dauerhaften und irreparablen Hörschaden davongetragen habe, verzichte ich darauf, den Titel und die Interpretin zu nennen. 




Auf der Feier rund um die Golden Globes 1998 trafen der Regisseur des Films, James Cameron, und der Songschreiber des Titelsongs, Will Jennings, zusammen und erst hier erfuhr Jennings, dass die Künstlerin Beatrice Wood nicht nur ihn beim Inhalt des Titelsongs inspiriert hatte, sondern auch den Regisseur Cameron, als er die fiktive weibliche Hauptrolle des Films, Rose DeWitt Bukater, schuf. Und hier schließt sich dann der Kreis des echten und des erfundenen Lebenslaufs und der Geschichte von der Töpferin, die einst mittels Dampfschifffahrt zwischen New York City und Europa pendelte, die gegen die sie einengenden Lebensbedingungen in den 1910er-Jahren aufbegehrte und ihren eigenen Weg ging und die man im dem Spielfilm durchaus wiedererkennen kann, wenn man den Hintergrund kennt. 







Beatrice Wood starb kurz nach ihrem 105. Geburtstag im März 1998. 

Danke an das Buch pop-splits (Volume 1 und 2) für die Idee zu diesem Beitrag. Wer an Hintergrundgeschichten von bekannten Songs interessiert ist, sollte mal einen Blick riskieren!



Wikis:



The Junction Saloon


https://www.facebook.com/TheOldNewYorkPage/, picture from the collection of the museum of the city of New York



Die Facebook-Seite "The Old New York Page" hat mir mal wieder Stoff geliefert. Neben den ganzen Gebäudebildern finde ich auch immer wieder Material faszinierend, dass ungeschminkt den Alltag im historischen New York City abbildet. 

So wie die Aufnahme oben, die Robert Bracklow ungefähr im Jahr 1900 hoch im Norden von Manhattan aufgenommen hat an der Amsterdam Avenue / 163rd Street im Stadtteil Washington Heights.

google maps


Das befindet sich - wie man sieht - ein ganzes Stück nördlich vom Central Park. Hier nochmal eine Detailkarte vom Schauplatz an der Amsterdam Avenue und mit dem Broadway, der einen Blick weiter im Westen verläuft. 






Ein Blickfang in diesem Bild ist natürlich der Saloon von G. Bergau mit dem Namen "The Junction", auf Deutsch "Die Kreuzung", in der Bildmitte.



Dort wird feiner Gerstensaft aus der Manhattan Brauerei ausgeschenkt, wie die Schilder am Gebäude verraten. 




Und wenn man ein echter Saloon sein möchte, dann braucht man auch eine Schwingtür im Eingangsbereich:



Man musste damals also gar nicht bis in den Wilden Westen hinausfahren, um mal einen echten Saloon mit einer echten Schwingtür zu betreten. Der Norden von Manhattan reichte da völlig.

Im Gebäude dahinter wird mit Immobilien und Versicherungen gehandelt, so verrät es jedenfalls die Fassadenbemalung. Der Name über Cornelius könnte allerdings mal nachgepinselt werden. Oder soll das SHARP and CORNELIUS heißen?



Angetan haben es mir auch diese beiden Herren, die mit einem kleinen Jungen an der Hand die Amsterdam Avenue hinablaufen. Im Deutschen Kaiserreich hätte man ihn zur gleichen Zeit wahrscheinlich in einen Matrosenanzug gepackt, hier trägt er eine Latzhose und eine Mütze. 



Wenn das Foto 1900 aufgenommen wurde und der Junge 2-3 Jahre alt war, dann würde er jetzt, falls er noch lebt, auf die 120 Jahre zulaufen.



Heute völlig ungewohnt, früher ganz normal: alle Herren tragen außerhalb des Hauses eine Kopfbedeckung:



Der hier kauft wahrscheinlich eine Zeitung oder etwas Essbares an einem Straßenkiosk:



Im Hintergrund, hinter Hardware und Flaggen folgt der Bürgersteig dem hügeligen Untergrund und führt nach oben.



Die ansteigende Straße wird mit zwei Arten von Fahrzeugen befahren: Pferdefuhrwerke und Straßenbahnen. Das deutet darauf hin, dass das Photo wirklich von der Jahrhundertwende stammen könnte, zu jener Zeit waren Automobile noch absolute Mangelware. In den Folgejahren sollte sich das stark ändern und zugleich auch das Straßenbild. 





Heute sieht es an dieser Kreuzung so aus: 



Der Saloon ist verschwunden, an seine Stelle ist eine evangelische Methodistenkirche getreten, die ihre Gemeinde aus dem hispanischen Bevölkerungsanteil rekrutiert. 






Interessant finde ich die Frage, ob das Gebäude hinter der Kirche immer noch jenes ist, in dem 116 Jahr vorher Immobilien und Versicherungen gehandelt wurden.




Die ansteigende Straße ist übrigens auch vorhanden, nur muss man in der Gegenwart ein bisschen zoomen, bis man sie erkennen kann. 







Und damit endet dieser kleine Ausflug 116 Jahre zurück in die Vergangenheit.



Sonntag, Januar 08, 2017

The Bridge from Trinity to U.S.Realty




Ja, diese schöne Aufnahme von ny.curbed.com, die vom Equitable Building aus aufgenommen wurde und die Brücke zwischen dem Trinity Building (links) und dem U.S. Realty Building (rechts) über der Thames Street (unten zwischen den Gebäuden) zeigt, wollte ich auch noch schnell teilen, weil ich diese beiden Gebäudeklassiker am einen und anderen Ende der Brücke einfach liebe. 



Das Türmchen im Anbau des Trinity Buildings diente im frühen 20. Jahrhundert als eine der Aussichtsplattformen, die man in Manhattan besuchen konnte, um von einem der zahlreichen Hochhäuser hinunter auf die Stadt zu blicken. Spätestens seit dem zweiten Weltkrieg ist diese Aussichtsplattform auf dem Trinity Building aber nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Allzu viele gleichzeitig dürften da oben aber auch keinen Platz zum Ausschau halten gehabt haben. 



Interessant wäre es auch, zu erfahren, wie oft die 102 Jahre alte Lügenbrücke zwischen den Gebäuden heute noch genutzt wird. Ob man die Frequenz mit "pro Tag" messen kann oder ob "pro Woche" ausreicht?

Im Originalbeitrag gibt es noch mehr interessante Bilder vom Equitable Building, vom Ausblick von diesem Gebäude aus, von seiner Fassade und aus seinem Inneren. 

all photos above by Evan Bindelglass


Nachtrag:

Dirk Stichweh hat mir noch ein passendes Bild aus seiner Sammlung zugeleitet, dass er aufgenommen hat, als er vor 10 Jahren das Dach des American Surety Buildings (100 Broadway) besucht hat und das dank des leichten Perspektivwechsels die Bilder oben nochmal schön ergänzt.

copyright by Mac-Fotoservice

Lower Manhattan 1897



Na ich weiß auch nicht, wo in der letzten Zeit immer die Wochenenden verschwinden. Kaum hab ich am Freitag Abend das Licht an meinem Schreibtisch ausgeknipst, ist es auch schon wieder Sonntag, später Nachmittag. Aber ich möchte dieses Wochenende zumindest ein Lebenszeichen in die Welt hinausposaunen. 

Vor dem Jahreswechsel habe ich im Rahmen der Lower Manhattan Saga auch das Park Row Building noch mal näher beleuchtet. Dabei fiel mir auf, dass ich bisher nur zwei Aufnahmen von der Bauphase des einst höchsten Gebäudes kenne. 

Deshalb habe während des Schreibens einen kleinen Ausflug in die Bildarchive gemacht und nachgesehen, ob ich noch mehr Bildmaterial von der Bauphase dieses Gebäudes finde. Das ist mir leider nicht gelungen, aber in der Sammlung der NYPL bin ich auf eine Serie von Bildern gestoßen, die die Skyline von Lower Manhattan etwa um das Jahr 1897 zeigen. 

Gefallen haben mir diese Bilder wegen ihrer Alltäglichkeit, wegen des unspektakulären Charakters. Es sind einfach Fotos, die damals vor ca. 120 Jahren im Hafen von New York bei vermutlich gutem Wetter rund um Südmanhattan von verschiedenen Ausgangspunkten aus aufgenommen wurden, ähnlich wie auch in der Gegenwart pro Tag hunderte bis tausende von Touristenfotos vom gleichen Motiv aufgenommen werden, nur eben 120 Jahre später. 

Fangen wir mal mit dem Foto oben an, das am Beginn dieses Beitrags steht und bei dem der Photograph vermutlich auf einem Schiff oder einer Fähre im Hafenbecken nicht allzuweit südlich von Manhattan stand: 



Links im Bild fallen direkt mehrere Klassiker ins Auge:


Mit dunkler Fassade und zentralem Türmchen in der linken Bildmitte das Washington Building an der Hausnummer 1 Broadway aus der Mitte der 1880er, wahrscheinlich der älteste erhalten gebliebene Hochhausklassiker in Südmanhattan, er steht heute noch, nur mit anderer Verkleidung. Direkt dahinter das monumentale Bowling Green Offices Building, gebaut ca. 10 Jahre nach dem Washington Building.



Rechts dahinter mit den vielen Türmchen im Dach der Ostflügel des Columbia Buildings an der Ecke Morris Street / Broadway, des dritten Hochhauses im Manhattan, das in Stahlskelett-Bauweise errichtet wurde. Rechts dahinter der Teil vom Aldrich Court Building, der an den Broadway grenzt. 



Ganz links außen im Hintergrund noch ein paar Schriftzüge auf niedrigeren Gebäuden, die ich aber nicht mit Sicherheit entziffern kann, mit Ausnahme des Wortes "SOAP", wahrscheinlich wurde dort Seife produziert. 

In der Bildmitte mit markanten Türmchen das "U.S. Barge Office", dem ich vor zwei Jahren mal einen ausführlicheren Beitrag gewidmet habe.



Davor am Pier die John E. Moore, ein kleineres, damals typisches Dampfschiff mit Schaufelradantrieb.


Hinter dem U.S. Barge Office sticht ein weiteres Gebäude mit markantem Turm und dunkler Fassade hervor: das Produce Exchange Building.



Dahinter wird es etwas kompliziert. Nehmen wir zuerst mal die sicheren Kandidaten:



Zum Beispiel das einst mit 106 Metern höchste Gebäude der Welt von 1894 bis 1899, das Manhattan Life Insurance Building; richtig, zum Zeitpunkt der Aufnahme 1897 was es noch der Inhaber des Staffelstabs. Zu identifizieren über den Kuppelturm an der Broadwayfront und die Wetterstation auf der Ostseite des Gebäudes:


Im Bild daneben, tatsächlich aber auf der anderen Broadwayseite vermute ich das Washington Life Insurance Building an der Position, an dem man heute den Zuccotti Park findet. 



Rechts vom Turm der Produce Exchange sehen wir zwei Kuppeln, die aber nicht zum gleichen Gebäude gehören.



Die linke Kuppel gehört zum Commerical Cable Building, direkter Nachbar der New York Stock Exchange und gelegen zwischen New Street und Broad Street. 



Im Bild direkt daneben, tatsächlich aber schon ein paar Meter entfernt die Kuppel des Gillender Buildings an der Ecke Nassau Street / Wall Street, fertiggestellt 1897. 



Ein bisschen Background liefert diese Aufnahme, die ungefähr im selben Zeitfenster entstanden sein dürfte: 



Das hier ist etwas schwerer zu interpretieren....



... weil sich hier zwei Gebäude übereinanderschieben.

Da haben wir zum einen das 1895 vergrößerte Standard Oil Building an der Ostseite des Broadways. 



Wegen der ebenfalls hellen Außenfassade vermischt sich Rockefellers Standard Oil Building scheinbar mit dem Empire Building auf der Westseite des Broadways und einige Meter weiter den Broadway hinauf gelegen. 




Kommen wir nun noch zum rechten Bildteil. Den markanten Klotz mit der dunklen Fassade hier haben wir bisher - glaube ich - noch nie im Blog erwähnt. Dabei handelt es sich um das U.S. Army Building an der Ecke White Hall Street / Pearl Street. 




Dahinter sehe ich etwas, was ich gerne sehen möchte, ohne zu wissen, ob es das wirklich schon ist. Aber die Zeitangaben sind ja häufig Schätzungen und daher vage. 



Vor diesem Hintergrund, das das Foto 1897, vielleicht aber auch später aufgenommen wurde, könnte es durchaus sein, dass man im Hintergrund hinter dem U.S. Army Building tatsächlich auch das Park Row Building in der Bauphase erkennen kann, schon mit den markanten Türmchen an der City Hall Park Front, aber noch nicht komplett fertiggestellt. 



Die Aufnahme würde demnach sowohl das zum damaligen Zeitpunkt höchste Gebäude in New York und auf der Welt abbilden als auch den zukünftigen Nachfolger, der noch nicht fertiggestellt ist. 

Bei der Identität dieses oder dieser Gebäude am rechten Bildrand schwimme ich aber, weshalb  ich die Frage mal unbeantwortet lasse. Ich wundere mich, dass ich nicht schon mal früher über dieses nicht gerade unauffällige Hochhaus gefallen bin.



Hier nochmal die Gesamtaufnahme und die Bildbeschreibung in der Sammlung der NYPL:




Passend dazu der Bromley-Stadtatlas von 1897 mit den meisten genannten Gebäuden.






Die Karte ist übrigens auch so freundlich und löst das Rätsel mit den Schriftzügen auf den Gebäuden ganz links im Bild auf. 



Dabei handelt es sich um ein Gebäude, nämlich um eine Seifenfabrik namens "B.T. Babbit Soap Works" im Südwesten von Manhattan auf dem Block zwischen West Street und Washington Street.



Man beachte die Hochbahntrasse der 9th Avenue Elevated Railway, die sowohl in der Karte als auch in der Zeichnung berücksichtigt wurde und die direkt östlich neben der Seifenfabrik oberhalb der Washington Street vorbeiführte. 





Springen wir jetzt mal weiter zur zweiten Photographie, die auf das Entstehungsjahr 1897 datiert wurde. 



Der Photograph befand sich südöstlich von Manhattan, vielleicht auf einem Wasserfahrzeug, vielleicht aber auch auf Governors Island oder am Ufer von Brooklyn, jenseits des East Rivers.

Ich starte wieder links im Bild. 



Da haben wir die einstige Festung Castle Clinton, zum Zeitpunkt der Aufnahme befand sich in dem historischen Gemäuer das New Yorker Aquarium.



Im Vordergrund sehen wir ein typisches Fährschiff, wie sie damals noch in großer Stückzahl auf Hudson River und East River vertreten waren, um den Personentransport über die Wasserhindernisse sicherzustellen. Mit Ausnahme der Brooklyn Bridge gab es zwischen Südmanhattan und New Jersey bzw. Brooklyn noch keine Brücken und Tunnels wie in der Gegenwart, damals spielten diese Fähren eine enorm wichtige Rolle für den Personennahverkehr.



Hinter der Fähre die schloßähnlichen Gemäuer des U.S. Barge Office



Der nächste Bildausschnitt gibt mir bereits Rätsel auf. 



Ok, in der Mitte ist klar das Washington Building an 1 Broadway und dahinter wieder die Bowling Green Offices. Aber was ist das für ein Hochhaus mit heller Fassade, das hier dem Washington Building quasi gegenüberzustehen scheint. Das sagt mir überhaupt nichts. Ich nehme an, dass einem die Perspektive hier einen Streich spielt und dass dieses Hochhaus tatsächlich ein paar Blöcke vom Washington Building entfernt steht. Hat jemand einen Tipp?




Daneben die zwei dunkleren Klassiker hatten wir eben auch schon. 



Im Hintergrund das Columbia Building (1) , davor etwas dunkler und schlechter wiederzuerkennen das U.S. Army Building (2).



Rechts daneben zwei weitere Bekannte, der Turm der Produce Exchange (3) und das erweiterte Standard Oil Building (4) von der Firma Rockefellers. Ich vermute, dass die dunkle Ostfassade rechts neben dem Turm der Produce Exchange auch noch zum Standard Oil Building gehört. 



Interessant, aufgrund der verschobenen Perspektive finden wir die helle Fassade des Empire Buildings (5) jetzt rechts und nicht mehr links neben dem Standard Oil Building. 



In gelb herausgearbeitet das damals noch höchste Gebäude New Yorks und auf der Welt, das Manhattan Life Insurance Building. 

Rechts daneben wieder die beiden Kuppelgebäude aus dem ersten Foto, links das jetzt besser zu erkennende, wunderschöne und leider verlorene Commercial Cable Buidling mit der Doppelkuppel und rechts der kurzlebige Klassiker Gillender Building, der nur dreizehn Jahre in der Skyline von Südmanhattan mitspielen durfte. 



Den Klotz "dazwischen" halte ich für das American Surety Building, der eigentlich versetzt dahinter am Broadway steht. 





Rechts neben dem Gillender Building, aber weiter im Vordergrund sieht man wieder dieses mir unbekannte schmale und längliche Hochhaus. 



Noch etwas weiter rechts versteckt sich etwas unscharf im Vordergrund noch ein weiterer wunderschöner und leider verloren gegangener Klassiker. 


Dabei handelt es sich um das Gebäude der New Yorker Baumwollbörse, das Cotton Exchange Building am Hanover Square. 




Und direkt noch ein Gebäuderätsel, was ist das für ein Kasten schräg links über den Cotton Exchange Building?

Gehen wir noch weiter nach rechts im Foto, dort erreichen wir die beiden Klassiker im Süden des City Hall Parks.



Das Gebäude links halte ich für das St. Paul's Building von 1898, auch wenn es mir hier etwas mickrig vorkommt, was aber vermutlich auf die Südperspektive zurückzuführen ist. Dafür sieht das Park Row Building rechts von außen schon ziemlich fertiggestellt und vor allem ziemlich groß aus, faktisch hat es das Manhattan Life Insurance Building als höchstes Gebäude der Welt schon abgelöst. 




Ganz aufmerksame Betrachter entdecken direkt rechts neben dem Park Row Building noch einen Hochhausklassiker aus der Mitte der 1890er, der bis heute stehen geblieben ist: das Home Life Insurance Company Building




Ganz rechts außen erkenne ich zwei weitere Klassiker vom Newspaper Row / Printing House Square - Umfeld. 



Links mit geschwungenem Dach das American Tract Society Building, ein weiterer bis heute erhalten gebliebener Hochhausklassiker aus dem 19. Jahrhundert. Rechts der Dom des World Buildings, noch ein ehemaliges höchstes Gebäude in New York, noch ein verlorener Gebäudeklassiker. 

Wen ich aber vermisse, ist das Tribune Building, dessen spitzes Türmchen eigentlich zwischen den beiden sichtbar sein sollte, auf das man hier mysteriöserweise aber keinen Hinweis findet. 


Drittes Photo, ebenfalls eine East River-Ansicht aus gegenüber der vorherigen Aufnahme nur geringfügig versetzten Perspektive. 



Deswegen müssen wir das jetzt nicht mehr so elegisch auswalzen. Bildausschnitt 1 von ganz links zeigt Washington Building (1), Bowling Green Offices (2) und U.S. Army Building (3). 



Weiter geht es mit dem Columbia Building (4) etwas abgetaucht, dem Turm der Produce Exchange (5) und dem Standard Oil Building (6):



Nächste Station zeigt das Empire Building (7) und das Manhattan Life Insurance Building (8):



Weiter geht es mit dem Commercial Cable Building (9), dem American Surety Building (10) und bis auf die Kuppel verdeckten Gillender Building (11):



Diese Photographie klärt die Identität des schmalen, mir unbekannten Hochhauses auf den ersten zwei Photographien. Der Aufschrift nach handelt es sich um den "Lord's Court" an der Ecke Williams Street / Exchange Place. 



Rechts daneben ein etwas konstrastereicheres Gebäude der Cotton Exchange (12) und darüber eines der eingestreuten Gebäuderätsel, was ist das für eine Klotz?



Seltsam, auf dieser Aufnahme ist das St. Paul's Building überhaupt nicht wiederzufinden, ich hoffe, dass es nur hinter einer besonders großen Kaminrauchschwade in Deckung gegangen ist (13). Zumindest das Park Row Building (14) und das Home Life Insurance Building (15) stellen sich am äußerst rechten Bildrand ordentlich in Pose. 



Nach zweimal East River wechseln wir mit der vierten wunderschön fleckigen und angefressenen Photographie auf die andere Seite von Manhattan, dieses Mal stand der Photograph auf einem Boot auf dem Hudson River oder am Ufer in New Jersey. 



Ok, einmal durchatmen, bevor es wieder an das Gebäudeidentifizieren geht und ein kurzer Blick auf die beiden Schiffe im Vordergrund der Aufnahme. 






Naja, eigentlich gehören die ja zusammen, das dampfbetriebene Schleppschiff links zieht den Lastkahn rechts im Bild. 

Um die Vergleichbarkeit mit den vorherigen Bildern und den dort entwickelten Gebäude-Flow beizubehalten, starte ich jetzt mal rechts außen im Bild. 



Wie gewohnt starten wir mit dem Washington Building an 1 Broadway (1) und den Bowling Green Offices (2). 

Als nächstes folgen das Standard Oil Building (3) und das auf der Westseite etwas breitere Columbia Building (4):



Unter dem E sehen wir ein bisher noch nicht erwähntes Gebäude, den "Exchange Court" am Broadway. Links daneben und im Vordergrund wieder der Schriftzug der inzwischen bereits vertrauten Seifensiederei Babbitt (5).



Links hinter Babbitt das noch höchste Gebäude New Yorks, das Manhattan Life Insurance Building (6) und links daneben, ebenfalls neu in der Reihe das Union Trust Building (U) am Broadway, ein weiterer verlorener Hochhausklassiker aus dem 19. Jahrhundert. 



So - hier ist der Zeitpunkt, um etwas zurückzuzoomen. Die bisher besprochenen Photographien habe ich wegen des fortgeschrittenen bzw. weit fortgeschrittenen Baustadium des Park Row Buildings (1899 fertiggestellt) in Verdacht, dass sie nicht - wie angegeben - 1897 aufgenommen wurden, sondern später, vermutlich 1898 oder sogar 1899. Diese Aufnahme dagegen könnte tatsächlich von 1897 stammen. 



Das Empire Building, gebaut von 1895 bis 1898 und quasi unmittelbarer Nachbar der Trinity Church im Süden an der Ecke Broadway / Rector Street ist auf dieser Aufnahme nicht wiederzufinden. Deswegen kann man hier auch noch fast ungehindert auf das Union Trust Building und das Manhanttan Lifen Insurance Building blicken.  




Das 1897 fertiggestellte Gillender Building (7) ist dagegen rechts von der Turmspitze der Trinity Church (T) zu erkennen und das American Surety Building (8) links davon. 



Nummer 9 ist das immer noch ungelöste Gebäuderätsel. 



Weiter rechts sehen wir die Wetterstation auf dem ansonsten verdeckten Western Union Building (W) in der renovierten Version nach dem Brand von 1890. Dieses Mal gut sichtbar ist das St. Paul's Building (P), im Gegensatz zu dem dieses Mal unsichtbaren Park Row Building. Durfte damals immer nur einer von denen aufs Bild ?   :-)




Am linken Bildrand dann die übrigen Klassiker vom City Hall Park: das American Tract Society Building (10), die Spitze vom Tribune Building (11) und der Dom vom World Building (12). Hier klärt sich auch, warum vom East River aus die Spitze des Tribune Buildings nicht zu sehen war. Das war damals einfach noch zu niedrig, um zwischen den umgebenden Hochhäusern aufzufallen, dieses änderte sich erst mit einer später vorgenommenen Aufstockung, mit der das Tribune Building höhenmäßig zum World Building und zum American Tract Society Building aufschloss. 



Allerdings verstecken sich noch zwei weitere New Yorker Gebäudeklassiker in diesem Ausschnitt. Dort, wo ich die 10 hingepinselt habe, müsste eigentlich nicht das ATSB sein, sondern das Hauptquartier der New York Times, hier allerdings etwas schwer auszumachen. 

Und natürlich darf man den ungehobelten Klotz nicht vergessen, das damalige Hauptpostamt der Stadt am Südende des City Hall Parks. 




Ok, durch zwei Aufnahmen müssen wir noch hindurch. Hier kommt wieder die Westseite von Südmanhattan, wahrscheinlich von New Jersey aus photographiert. 



Und wieder geht es los auf der rechten Seite. 



Unten rechts das New Yorker Aquarium im alten Castle Clinton (1), dahinter oder links im Hintergrund das U.S. Army Building (2a oder 2b) und links im Vordergrund das bis heute vorhandene Gebäude mit spitzem Türmchen am Ende von Pier A (PA).

Es folgen die Produce Exchange mit Turm (3) und das Washington Building (4). 



Daneben lauert eine kapitale Überraschung, denn die Bowling Green Offices nördlich von 1 Broadway sind noch nicht sichtbar. Damit haben wir wohl die bisher früheste Aufnahme in der Sammlung erreicht. Ich denke, die nichtchronologische Reihenfolge schadet hier nicht, denn umso mehr fallen jetzt die später eingetretenen Veränderungen auf.  

Die Bowling Green Offices wurden 1896 fertiggestellt, also ist die Aufnahme 1895 oder früher entstanden. 



Eher früher, denn wir können hier auch einen Blick auf das ursprüngliche Standard Oil Building (6) werfen, wie es vor dem Umbau von 1895 aussah. Rechts daneben das Welles Building (5). Zum Vergleich eine Aufnahme aus größerer Nähe, 1886 datiert: 



Es folgen das Columbia Building (7) ...



... das Manhattan Life Insurance Building (8) und das Union Trust Building (9).




Für das Alter der Aufnahme spricht auch das Nichtvorhandensein des Gillender Buildings, das American Surety Building (10) steht bereits. Ich tippe mal auf ein frühes 1895 als Aufnahmedatum. 



Im Vordergrund fällt wieder die Seifenfabrik von Herrn Babbitt ins Auge und links dahinter kann man einen Blick auf das alte, 1912 abgebrannte Equitable Building werfen. 

Das Haus im Mittelpunkt dieses Ausschnitts müsste wiederum das Washington Life Building (11) sein, einst dort, wo heute der Zuccotti Park vor sich hin parkt. 



Links davon verschieben sich die Perspektiven dann doch noch etwas. Der spitze Turm gehört natürlich zur St. Paul's Chapel an der Ecke Fulton Street / Broadway. 



Die Gebäude rechts davon sind unter anderem das renovierte Western Union Building.  Dahinter ragen das American Tract Society Building (12) und das World Building (13) hervor. 



So wir haben es fast geschafft. Einmal müssen wir noch durch einen verkürzten Parcour durch. Die letzte, sechste Aufnahme wurde wohl von einer Position südwestlich von Manhattan aufgenommen, wahrscheinlich von einem Schiff aus. 



Los geht es am rechten Bildrand. 



Unten im Vordergrund wieder das New York Aquarium im Castle Clinton (1), dahinter jene zwei Häuser mit heller Fassade, die mir eben als vermeintliche Gegenüber vom Washington Building schon einmal Rätsel aufgegeben haben. 

Als nächstes nochmal Pier A mit dem spitzen Turm im Vordergrund und der dunkle Koloss namens Produce Exchange (2) dahinter. 



Kleiner Exkurs, mal kurz den historischen Raddampfer "Columbia" in den Vordergrund rücken. Auch so ein damals völlig alltägliches Verkehrsmittel, das schon lange verschwunden ist. 



Darüber auf der Insel sehen wir jetzt das Washington Building (3), die Bowling Green Offices (4) und ein schmaler Streifen vom ansonsten verdeckten, aber dafür wieder umgebauten und erweiterten Standard Oil Building (5).



Weiter geht es mit noch mehr Bekannten: dem Columbia Building (6), dem Commercial Cable Building (7), dem Manhattan Life Insurance Building (8) und dem fast verdeckten Union Trust Building (9): 




Das Gillender Building und das American Surety Building werden von diesem Standpunkt aus ziemlich vollständig durch das Empire Building (10) verdeckt. 

Dafür gibt es zum Abschluss nochmal einen letzten Blick auf das alten Equitable Building (11), das etwas vorwitzig am linken Bildrand hervorlünkert. 



Danke für die Aufmerksamkeit und 
die gemeinsame Reise zurück in das Manhattan des ausgehenden 19. Jahrhunderts.